Versteckte Kosten beim Hausbau

Bevor ein wissenschaftlicher Artikel in einem Fachmagazin veröffentlicht wird, wird er einem Peer Review unterzogen. Dazu wird er anderen Experten vorgelegt. Meist kennen sich Verfasser und die Kollegen, die den Peer Review durchführen nicht. Der Sinn dahinter ist die Qualitätssicherung. Aber nicht nur absichtliche Plagiate, oder falsche Schlussfolgerungen kommen so ans Licht. Auch Wissenschaftler sind nur Menschen. Sucht man nach einer Bestätigung für eine Theorie, dann interpretiert man leicht Fakten falsch. Ähnlich sieht es aus, wenn man die Kosten für den Hausbau kalkuliert. Auch hier rechnet man die Zahlen vorzugsweise so, dass das vorhandene Budget ausreicht.  Deswegen sollte man das Ergebnis kritisch hinterfragen und speziell versteckte Kosten beim Hausbau mit einkalkulieren. Ansonsten kann es vorkommen, dass man am Ende zu wenig Geld hat, um den Bau anzuschließen.

Hausbau

Wer ein Haus baut, beauftragt eine Baufirma, die die Arbeiten umsetzt. Der Architekt zeichnet die Pläne und das Bauunternehmen setzt sie um. Dafür gibt es jeweils einen vereinbarten Kostenrahmen, in dem die Unternehmen arbeiten. Allerdings muss man besonders darauf achten, was man konkret mit dem Bauunternehmen vereinbart. Sind wirklich alle Arbeiten enthalten, oder wird Eigenleistung vorausgesetzt? Bevor man den Vertrag also unterschreibt muss man ihn Punkt für Punkt mit dem Bauunternehmen durchgehen. Werden Leistungen mündlich zugesagt, sind aber nicht im Vertrag festgehalten, dann muss man einfordern, dass der Vertrag erweitert wird. Nur was schriftlich vereinbart wurde, ist auch für beide Seiten bindend.

Nebenkosten

Für den Hausbau wird viel Material benötigt. Es kommen viele Transporter an, die vor Ort auch Platz brauchen. Halteverbotszonen müssen beantragt und bezahlt werden. Wer diese Kosten trägt und die Amtswege erledigt, muss im Vorfeld geklärt werden. Für den Bau muss der Bauplatz frei von Hindernissen sein. Stehen noch alte Bauwerke, oder andere Dinge auf dem Grund, dann müssen sie entfernt werden. Abrisskosten und Entsorgung müssen bezahlt werden. Auch diese Leistung muss vertraglich vereinbart werden, damit die Baufirma sie auch erbringt. Versäumt man es, zu klären, wer diese Leistungen erbringt, kann das schlimmstenfalls den Baustart verzögern und zusätzliche Kosten verursachen. So kann zusätzliche Baufinanzierung notwendig werden.

Muskelhypothek

Die Eigenleistung beim Hausbau wird häufig auch als Muskelhypothek bezeichnet. Tatsächlich gibt es hier ein enormes Einsparungspotential. Schafft man es, Teile des Aushubs selbst zu organisieren, reißt man alte Gebäude selbst ab und arbeitet auch beim Innenausbau tatkräftig mit, dann sind das Leistungen, die man nicht bezahlen muss. So groß das Einsparungspotential auch ist, man darf sich hier nicht selbst überschätzen. Viele Arbeiten sind für Laien nur schwer durchzuführen und dauern wesentlich länger, als wenn ein Fachmann sie erledigt. Andere Aufgaben sind zwar einfach, aber körperlich sehr anstrengend. Ob und in welchem Ausmaß man dazu wirklich nach einem normalen Arbeitstag in der Lage ist, muss man gut überlegen. Ob man wirklich über Wochen die Energie hat, neben dem Job bei jeder Witterung Erde zu schippen, ist fraglich.

Vergessene Positionen

Einige Kosten, die für den gelungenen Hausbau notwendig sind, werden häufig übersehen. Umzüge kosten Geld. Jede Verzögerung im Bau verursacht Kosten, weil die alte Wohnung erst später gekündigt werden kann. Erbringt man Eigenleistung, dann benötigt man Material und Werkzeug. In jedem Fall sollte man die Tätigkeit auch der Versicherung melden. Genauso muss man die Anpassung der Hausratsversicherung berücksichtigen, die für den zusätzlichen Wohnraum im Haus anfallen. Anträge und Genehmigungen sind meist auch nicht kostenlos. Die Renovierung der alten Wohnungen nach dem Auszug kann auch das Budget belasten. Heizt man mit Öl, oder Holz, dann muss für den ersten Winter eine große Investition getätigt werden, um die Tanks zu füllen. Eine gute Variante, um nichts zu übersehen, ist es, andere Bauherren um Unterstützung zu bitten. So kann man von den Erfahrungen der anderen profitieren und eine ehrliche Rechnung anstellen.

(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

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