In welchen Fällen sich Ehegattensplitting für Sie auszahlt

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(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Das Ehegattensplitting

In Deutschland gibt es verschiedene Steuermethoden zur Ermittlung des Steuertarifs von Eheleuten. Für Ehepaare mit einer gemeinsamen Veranlagung lohnt sich häufig das sogenannte Ehegattensplitting bei der Berechnung des anwendbaren Steuertarifs. Im Gegensatz dazu steht die Individualbesteuerung, bei der das Einkommen beider Partner für sich allein besteuert wird.

Was ist das Ehegattensplitting?

Bei diesem Verfahren wird das zu versteuernde Einkommen der Ehegatten ermittelt und um 50 Prozent halbiert. Für diesen reduzierten Teil des zu versteuernden Einkommens wird die Einkommensteuer nach dem aktuellen Einkommenssteuertarif ermittelt. Eine Grundtabelle wie früher gibt es im eigentlichen Sinne nicht mehr.

Die so ermittelte Einkommensteuer wird im letzen Schritt verdoppelt. So ergibt sich für beide Schultern ein gleicher Steuersatz. Da Ehepaare in diesem Falle als Wirtschaftsgemeinschaft angesehen werden, was sie in den meisten Fällen auch sind, ist die Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit ausgerichtet und soll sozialverträglicher sein.

Wann lohnt sich das Splitting

Nicht in jedem Fall stehen die Eheleute finanziell besser da, wenn sie das Splittingverfahren anwenden. Erst mit zunehmendem Unterschied des Einkommens beider Personen steigt der steuerliche Vorteil bei der Berechnung der Einkommenssteuer. Im Umkehrschluss bedeutet das, das bei ungefähr gleichen Gehältern die Steuerlast durch den Splittingtarif bei Ehepaaren gleich der Individualbesteuerung wäre und sich kein Vorteil ergibt.

In jedem Fall ist individuell zu entscheiden, ob das Splitting angewendet werden sollte. Nützlich können hier auch bestimmte online Rechner sein, wie zum Beispiel bei ehegattensplitting-rechner.de.

Informationen dazu erhalten Eheleute bei einem Steuerberater. Optional ist auch die Beratung durch das Finanzamt möglich. Viele Finanzämter in Deutschland unterhalten Beratungsstellen.
Zusammengefasst lässt sich für Eheleute jedoch sagen: Je höher der Einkommensunterschied, umso höher ist der finanzielle Vorteil durch das Ehegattensplitting.

Besonderheiten beim Ehegattensplitting

Das Gnadensplitting ist ein Ausnahmefall beim Splittingverfahren. Er kommt zur Anwendung, wenn ein Ehegatte verstirbt. Für das laufende Kalenderjahr kann der hinterbliebenen Ehepartner das Splittingverfahren anwenden.

Der steuerliche Vorteil beim Ehegattensplitting wird bei der Berechnung einer nachehelichen Unterhaltsforderung eingerechnet. Bis 2003 war das nicht der Fall, damals hatte das Bundesverfassungsgericht diese Praxis für verfassungswidrig erklärt.